"UFO-Kamera" (Meteor- oder ClearSky-Kamera, AllSky-Kamera)

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Lange Zeit ist die DMK 21AU04.AS von TheImagingSource in der "astronomischen Bastelkiste" rum gelegen. Nachdem ich im Internet auf die Software UFO-Capture von SonotaCo.com gestoßen bin, wurde die verstaubte DMK zu neuem Leben erweckt. Fast gleichzeitig entdeckte ich im Forum von TheImagingSource eine weitere interessante Software :  Moondance von Trend McDougall. Beide Software-Pakete haben mich dazu bewogen, etwas mit der "alten" DMK zu machen. Während Moonance als freie Software verfügbar ist, verlangt SonotaCo.com für UFO-Capture stolze 18.900 japanische Yen (ca. 160 Euro !). Die Software ist es meiner Einschätzung aber trotzdem wert.

UFO-Capture von SonotaCo.com ist eine sogenannte Motion-detection-Software. Das Programm reagiert also auf Bewegungen innerhalb des Bildes. Somit ist es möglich, allerlei astronomische Erscheinungen zu erfassen. Seien es nun Meteore, Boliden, Feuerkugeln, sogenannte Sprites, oder Satelliten, Flugzeuge, kosmische Blitze oder aber auch  nachtaktive Vögel oder gar UFOs. Weiterhin können mit der Software Haus, Hof und Garten überwacht werden. Alles in allem, ein recht leistungsstarkes Programm für vielerlei Anwendungen. Aber alle Anwendungen haben eines gemeinsam, das Programm funktioniert nur bei Dunkelheit !

Moondance von Trent McDougall ist für einen ganz anderen Zweck programmiert worden. Das kleine, auf .NET-basierende Programm, erkennt die Sterne und Wolken und berechnet daraus, wie klar der Himmel ist. Das ClearSky-Detection-System funktioniert nur mit DMK-Kameras und ist als kostenfreie Software direkt von Trent McDougall zu bekommen. Hierzu sich einfach in der Yahoo-Gruppe moondanceCSD anmelden (siehe Newsletter auf der TheImagingSource-Webseite).

Angespornt durch diese beiden Software-Pakete habe ich mir dann eine wetterfeste "UFO-Kamera" zusammen gebaut. Als Objektiv verwende ich ein Fisheye von Fujinon :  YV2.2x1.4A-2. Das Objektiv wird normalerweise für Überwachungskameras verwendet, paßt aber ohne Probleme mit dem CS-Anschluß an die DMK. Das Objektiv ist ein relativ lichtstarkes Zoom von 1,4 bis 3,1mm Brennweite bei f/1,4. Die Linse ist für 1/3 und 1/4 Zoll CCDs verwendbar, wobei sie bei 1/3 Zoll etwas mehr Bildfeld hat. Man kann das Objektiv als richtiges Fisheye mit 185° Bildfeld (kreisförmiger Ausschnitt im Bild) verwenden. Das funktioniert aber nur mit 1/3 Zoll CCD-Chips. Bei 1/4 Zoll ergibt sich ein sichtbares Bildfeld von ca. 180x120°. Natürlich gibt es die konstroktionsbedingten abgeschatteten Bildecken, die man, wenn man möchte, durch Aufzoomen entfernen kann. Das schränkt alledings auch das Bildfeld ein. Wenn man die dunklen Ecken komplett wegzommt ergibt sich ein sichtbare Bildfeld von ca. 110x75° oder Bilddiagonale  von ca. 130° mit voller Ausnutzung des gesamten CCD-Chips. Ich empfehle aber, das gesamte mögliche Bildfeld des Objektives auszunutzen, da die "Ereignissen" meistens genau da stattfinden, wo die Kamera dann blind ist !

Hier der Aufbau der "UFO-Kamera" in Bildern :

Alle Bauteile für die UFO-Kamera
DMK mit Objektiv im Abflußrohrdeckel Benötigt wird :
  • DMK-Kamera (USB-Version, Monochrom) von TheImagingSource
  • USB-Hub mit externer Stromversorgung und passendem Netzteil
  • ein kurzes USB-Kabel und ein USB-Kabel beliebiger Länge
  • Lautsprecherkabel zur Verlängerung der Stromversorgung für den USB-Hub
  • lichtstarkes Fisheye-Objektiv oder anderes passendes Objektiv
  • Acrylglas-Dome (z.B. von Acrylhaus.de) mit Hutkrempe
  • Kunststoffschrauben, Edelstahlschrauben, Gummidichtung und Metallwinkel
  • 2x Deckel und 1x 140mm Abflußrohrmuffe, 125mm Durchmesser
  • 2x 33Ohm/5W Drahtwidersrände und etwas Schaltdraht
  • Temperaturschalter 25°C (z.B. RS-Elektronik) um die Widerstände zu regeln
das Ganze von "unten" USB-Hub mit Stromversorgung und USB-Kabel verschwinden im Innern Die DMK wird mit Metallwinkeln versehen, so das sie später im passenden Abstand in den Deckel des Abflußrohres paßt. Das Objektiv erhält eine passend große Öffnung in dem Deckel. Objektiv und Deckel werden mit dem Acrylglas-Dome mit dem Kunststoffschrauben verschraubt. Nicht zu fest anziehen, sonst springt das Acrylglas !  Es ist sinnvoll, eine Dichtung zwischen den Acrylglas-Dome und dem Abflußrohrdeckel zu machen. Der Dichtungsring muß unbedingt UV-beständig sein, ausgeschnittene EPDM-Folie ist dazu bestens geeignet. Der USB-Hub ist nötig, da die DMK relativ viel Strom benötigt, und verschwindet mit der DMK und den Kabeln in dem kurzen Stück Abflußrohr. Sämtliche Öffnungen (für die Kabel) sind fein säuberlich mit Silikon abzudichten, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Durch die Eigenwärme der Kamera sollte sich auch am Dome innerhalb kein Schwitzwasser bilden. Leider reicht die Eigenwärme der Kamera nicht, aus um auch den Dome von außen beschlagfrei zu halten. Hierzu sind die 2 Widerstände mit je 33 Ohm parallel, in Reihe mit dem Temperaturschalter an die 5V des USB-Hubs notwendig (siehe Foto oben).

Aufnahmen mit der Kamera auf der nächsten Seite


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